Wissen

Wissen

 

Es sind nicht die Dinge, die WIR nicht kennen, welche UNS Verluste bringen, sondern jene Dinge, die WIR glauben zu kennen, sich aber anders darstellen…

Der Dispositionseffekt

Weswegen gerade im Daytrading oftmals profitable Trades zu früh geschlossen werden, hat einen Grund: Es ist der Dispositionseffekt. Jeder Mensch hat das Bedürfnis nach Wohlbefinden, ganz egal, ob im Trading oder in anderen alltäglichen Dingen. Wer aber Verhaltensregeln für sich entwickelt, diese emotionalen Gefühle auszublenden und rational nach seinem Konzept und seiner Strategie handelt, ist einen ganzen Schritt weiter. Verlustpositionen werden meist voll ausgesessen und Gewinnpositionen zu früh geschlossen, was gegen den Urgrundsatz „Gewinne laufen lassen und Verluste begrenzen“, klar verstößt. Dieser Effekt tritt oft nach einer längeren Verlustphase auf, da das Schmerzempfinden auf der Zeitachse zunimmt und die Sehnsucht nach einem Gewinntrade exorbitant wird. Es kommt nicht selten vor, dass nach einer solchen Verlustiere, auch Drawdown genannt, Positionen nach nur wenigen Punkten glatt gestellt werden. Diese Trader berauben sich quasi der Möglichkeit, ihre durchschnittlichen Gewinne im Verhältnis zu ihren durchschnittlichen Verlusten größer sein zu lassen.

dispo

Spätestens hier erkennt man klar, dass die richtige Strategie alleine nicht ausreicht, um profitabel zu handeln. Genau an diesem Punkt sollte spätestens jedem klar werden, dass der professionelle Börsenhandel, unabhängig von der Strategie und den dazugehörigen Regelwerken, eine hohe Gewichtung des psychologischen Faktors hat. Es sind meist nicht die Strategien oder das Risiko- und Moneymanagement, welches über Sekt oder Selters entscheiden, sondern vielmehr ist es die Psychologie, weswegen die meisten Scheitern. Die Strategie und der Umgang mit den jeweiligen Risikoparametern sind meist relativ leicht zu erlernen, da sie meist mechanisch funktionieren.