Aktienhandel

Sieger im Crash!

Diese Headline wirkt zunächst erst einmal sehr provokant. Doch gibt es eigentlich Sieger in einem Börsencrash? Gehen wir einmal etwas genauer darauf ein. Im Sommer 2018, wo der DAX um die 12.000 Punkte pendelte, sagte ein Bekannter zu mir, dass er auch anfangen wolle mit Aktien zu handeln, aber er noch etwas warten wolle, bis die Märkte korrigieren. Ich fragte ihn, bei welchem Preisniveau er erste Positionen aufbauen wolle, er antwortete mir, wenn der Crash kommt.

Auch im Crash werden viele potentielle Anleger keine Aktien kaufen, da sie zu starken Emotionen ausgesetzt sind und daraus resultierend keine rationalen Entscheidungen treffen können, da die Angst vor Verlust sie davon abhält.
Dieser Satz war meine Antwort auf seine Aussage, welche ich noch weiter ausweitete.

Ich selbst hatte in der Immobilienkriese von 2008 immer die Angst, zu teuer zu kaufen und versuchte den Markt zu timen, was aus heutiger Sicht nahezu unmöglich ist. Man denkt quasi, dass die Märkte noch weiter fallen und wartet weiter auf den richtigen Zeitpunkt. Dreht der Markt wieder nach oben verfällt man rasch dem Gefühl, zu teuer zu kaufen, obwohl die Märkte noch 50 Prozent vom Allzeithoch entfernt sind. Das liegt daran, dass der Mensch immer in Relationen denkt und an der Börse immer nur die jüngsten Kursverläufe in Bezug setzt. Das Resultat ist dann meist, dass gar keine Käufe getätigt werden, da man bei steigenden Kursen denkt, den Einstiegspunkt verpasst zu haben.
Wer ein solches Gefühlsszenario bereits durchlebt hat, weiß, wie man in solchen extremen Situationen reagiert und kann sich somit beim nächsten Mal darauf vorbereiten. Deswegen gibt es an der Börse und auch in allen anderen Dingen eine wichtige Komponente, welche uns in extremen Situationen rationale Entscheidungen treffen lässt, losgelöst von jeglichen emotionalen Einflüssen. Es ist die Erfahrung

Amin Tirmizi